Fröhliche Weihnachten!

Hallo zusammen,

heute geht es bei mir um Weihnachtsfest. Ich habe für Euch einen schönen Kurzfilm, eine lehrreiche Weihnachtsgeschichte und ein tolles Musikvideo vorbereitet.

Die drei Zedern aus Libanon

In dieser Geschichte geht es um drei legendäre Zedern, die in den einst wunderschönen Wäldern des Libanon heranwuchsen.
Zedern wachsen bekanntlich nur sehr, sehr langsam, überdauern dafür aber Jahrhunderte – Zeit genug, um über Leben und Tod, Mensch und Natur nachzudenken.

Unsere drei Zedern erlebten die Heimkehr von König Salomons Kundschaftern und später die Schlachten mit den Assyrern, die das Land mit Blut tränkten.
Sie lernten die Königin Jezebel und den Propheten Elias kennen, die einander Todfeinde waren. Und sie standen auch da, als das Alphabet erfunden wurde und freuten sich über die Karawanen, die mit bunten Stoffen beladen an ihnen vorüberzogen.

Eines Tages unterhielten sich die drei uralten Zedern über ihre Zukunft:
„Nach allem, was ich gesehen habe“, sagte der erste Baum, „möchte ich zum Thron des mächtigsten Herrschers der Erde werden.“ –
„Ich wäre gern Teil von etwas, das das Böse für immer in Gutes verwandelt“, meinte der zweite. Und die dritte Zeder fügte hinzu, „Wenn ich wählen könnte, wollte ich, dass die Menschen, wenn sie mich ansehen, an Gott denken.“

Wieder vergingen Jahre, bis eines Tages Holzfäller kamen.
Die Zedern wurden geschlagen und mit einem Schiff weit weggebracht.
Jeder der drei Bäume hatte seinen Wunsch getan, doch die Wirklichkeit fragt nicht nach den Träumen.
Aus dem ersten Baum wurde ein Unterstand für Tiere gezimmert, aus dem, was übrig blieb, eine Krippe für das Heu.
Aus dem zweiten Baum wurde ein einfacher, großer und langer Tisch, den später ein Möbelhändler kaufte.
Da sich für das Holz des dritten Baumes kein Käufer fand, wurde er zersägt und in ein Lager in einer großen Stadt gebracht.
Unglücklich klagten sie: „Unser Holz war gut, niemand hat etwas Schönes daraus gemacht.“

Die Zeit verging und in einer sternklaren Nacht verbrachte ein Ehepaar, das keine Herberge gefunden hatte,
die Nacht im Stall, der aus dem Holz der ersten Zeder gebaut worden war.
Die Frau gebar unter Schmerzen ein Kind und legte es in das Heu in der hölzernen Krippe.
Da begriff der erste Baum, dass sein Traum in Erfüllung gegangen war: Dort lag der König der Könige.

Jahre darauf setzten sich mehrere Männer an den Tisch, der aus dem Holz des zweiten Baumes gemacht worden war.
Bevor sie zu essen begannen, sprach einer von ihnen einige Worte über das Brot und den Wein, die vor ihm standen.
Und da begriff der zweite Baum, dass er nicht nur als Unterlage für ein Glas Wein und ein Stück Brot diente,
sondern für den Bund zwischen Gott und dem Menschen.

Am nächsten Tag wurden zwei Stücke der dritten Zeder aus dem Lager geholt.
Es wurde ein Kreuz aus ihnen gezimmert, das achtlos in eine Ecke geworfen wurde.
Wenige Stunden darauf brachten sie einen schwerverletzten Mann und schlugen ihn an das Holzkreuz.
Die Zeder klagte über das grausame Los, das ihr das Leben vorbehalten hatte.
Doch ehe noch drei Tage vergangen waren, begriff die dritte Zeder ihr Schicksal: Der Mann, der an ihr Holz geschlagen worden war, war jetzt das Licht, das alles erleuchtete.
Das aus ihrem Holz gezimmerte Kreuz war nun nicht mehr das Symbol der Qual, sondern war ein Zeichen des Sieges geworden.

Wie es immer mit Träumen geschieht, hatten sie sich auch für die drei Zedern aus dem Libanon erfüllt – nur nicht so, wie diese es sich vorgestellt hatten.

„Zehn Weihnachtsgeschichten“ Paulo Coelho

Ich wünsche Euch fröhliche Weihnachten, Zeit für Entspannung, Besinnung auf die wirklich wichtigen Dinge im Leben sowie Liebe, Essen und Trinken. 🙂

 

Euer Roman

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Über Roman Mendelev

vom Konflikt über Diplomatie zum Frieden
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