Innerer Widerstand

Hallo zusammen,

heute möchte ich gern ein interessantes und wichtiges Thema Innerer Widerstand ansprechen. Es geht um die Akzeptanz des Lebens. Ich stelle euch eine tolle Methode, ein schönes Video und meine Erfahrungen zur Verfügung.

Es geht heute um die Akzeptanz dessen, was um uns geschieht und was in uns passiert; um das Annehmen des gegenwärtigen Augenblicks, uns selbst und die ganze Welt, so wie die sind, ohne etwas ändern zu wollen.

Eckhart Tolle: Widerstand = Leid
Das Thema ist für mich nicht so einfach, weil ich noch nicht alles in meinem Leben gleich und ganz akzeptiere.
Zum Beispiel, man hat Ziele, Träume, Kontakte, Wünsche, Bedürfnisse, sagen wir, Reize / Wahrnehmungen aus der äußeren oder inneren Welt. Daraus entstehen Erwartungen, wie genau es ab jetzt damit gehen soll. Man malt sich etwas aus und wartet darauf, dass es genauso passieren wird. Das kommt aber meistens ganz anders. Man will die Kontrolle darüber haben, was in eigenem Leben passiert.
Oder man lernt jemanden kennen und ihn oder sie gleich in einer Schublade steckt. Etwas später sieht man, dass die Person sich mit dem gemachten Bild fast nichts gemeinsam hat. Man ist enttäuscht und will, dass die Person sich ändert und in die Schublade wieder passt.
Oder man steht vor einer komplizierten Aufgabe oder befindet sich in einer schwierigen Situation, in einem Konflikt und will die nicht haben und nur fliehen.

In allen diesen Situationen sind wir in einem Widerstand zu diesem gegenwärtigen Zustand / Moment. Das bedeutet, der Verstand wollte diese Situation, so, wie die kam, nicht haben. Nun gibt es eine innere Diskrepanz, wir wollen das so und so, aber es läuft ganz anders. Wir sind geschlagen und enttäuscht. Wir beginnen zu grübeln, nach Auswegen oder Fehlern zu suchen, jemandem Schuld zu geben usw. Dabei verlieren wir viel Energie. Danach fühlt man sich ausgequetscht und kaputt. Es ist nicht so einfach mit sich selbst zu kämpfen.
Man versucht im Kopf etwas zu erzwingen, was zu diesem Zeitpunkt in der Außenwelt sehr wahrscheinlich nicht möglich ist. Dazu gibt es eine kleine Übung.
Steht bitte auf und versucht eine Wand in eurem Haus oder eurer Wohnung zu bewegen. Macht das bitte richtig, mit vollem Einsatz. Habt ihr geschafft die Wand zu bewegen? Wer hat bei dieser Übung etwas an Kraft und Energie verloren? Ungefähr das Gleiche passiert in uns, wenn wir etwas nicht haben wollen, aber zu diesem Zeitpunkt nicht ändern können. Einiges können wir gar nicht ändern. Denkt dabei an Jahreszeiten, Wetter, Menschen, Krankheit oder Tod.

Wenn es mit einer totalen Akzeptanz für alles auf Anhieb nicht klappt, gibt es eine Methode, wie wir unsere Reaktion auf die Lebensumstände und Situationen ändern können. Das bedeutet, wir können viel weniger oder gar keine Energie dabei verlieren.

Ganz am Anfang, als ihr merkt, dass ihr euch beginnt zu ärgern, jemanden zu beschuldigen oder sich zu bemitleiden, könntet ihr euch eine einfache Frage stellen: Will ich diese Gefühlseskalation wirklich? Ihr sollt dieser Moment und diese Frage nutzen, um den Verstand festzuklammern, bevor der ganze Körper in diesem Konflikt, mit den nur im Kopf existierenden Gegnern, involviert ist. Bei einem Nein fragt euch als Nächstes: Kann ich jetzt mit dieser Situation leben? Darauf ein Ja zu geben wird viel einfacher. Versucht pragmatisch zu sein und an euer Wohlbefinden zu denken. Für die Lösungen werdet ihr noch später Zeit haben, wenn ihr euch für Änderungen entscheidet.

Ich gebe euch noch ein Beispiel. Ich war vor einiger Zeit mit meiner Frau in Cuxhafen. Es war schon Oktober, ich wollte nicht so richtig dahin, aber sie überredete mich. Wir wollten etwas besichtigen und gingen am Strang entlang. Es war wirklich kalt und windig. Ich war über mich selbst und über meine Frau verärgert. Warum kam ich mit? Wieso wollte sie mich mithaben? Dann erinnerte ich mich an diese Frage oben. Ich fragte mich auch, ob mein Ärger etwas an diese Situation ändern würde. Und, ob es mir oder meiner Frau etwas bringen würde, wenn ich sie jetzt dafür verbal verantwortlich mache. Ich verneinte alle Fragen und konnte mich entspannen. Glaubt oder nicht, ich begann zu lächeln. Die Situation, Emotionen, Ärger, alles war vorbei. Ich konnte richtig spüren, dass mir wärmer wurde und der Wind ließ nach. Ich konnte den Widerstand beseitigen und die Situation sein lassen.

Dieser Widerstand kann Tag für Tag nicht nur unsere Kraft verbrauchen, unser Immunsystem leidet auch darunter, wir können dadurch krank werden. Bei mir ist es oft früher passiert, ich hatte irgendeine Stresssituation im Job, dann am Abend noch eine Grübelrunde und am nächsten Tag war ich erkältet. Wenn ihr etwas jetzt nicht ändern könnt, akzeptiert es, zumindest bis zum Zeitpunkt, wo ihr das wieder ändern könnt.
Aus diesen Umständen können wir etwas lernen, sonst wären die nicht da.

Am Ende noch ein schönes Zitat für euch.

Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

„Das Gelassenheitsgebet“Reinhold Niebuhr

Euer Roman

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Über Roman Mendelev

vom Konflikt über Diplomatie zum Frieden
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