Konflikte und ihre Ursachen

Hallo zusammen,

heute möchte ich über Konfliktentstehung und deren Ursachen reden. Ich habe einige Fragen zu diesem Thema bekommen und möchte mich gern mit euch zusammen damit auseinandersetzen. Dazu kommen ein schönes Video und meine Kommentare.

Der Frieden ist der heilige Gral, nach dem seit Beginn der Zeiten Menschen gesucht haben, immer noch suchen und noch in Zukunft suchen werden.
Wie können wir denn es nur finden?

Ich habe die Meinung, dass alle unsere Konflikte von innen kommen. Die beginnen in unserem Geist, besser gesagt die sind schon da. Oft spüren wir, dass in uns etwas brodelt, manchmal haben wir uns an diesen Kriegszustand so gewöhnt, dass es uns nicht mehr auffällt. In der äußeren Welt manifestieren sie sich nur, wenn sie da einen Reiz finden, der sie an einen früheren Schmerz erinnert. Dann können wir die mit unseren Sinnen wahrnehmen und ab jetzt beginnen wir uns richtig zu quälen.

Es gibt mehrere Gründe für unsere Konflikte, aber heute möchte ich mit, nach meiner Meinung, dem wichtigsten beginnen. Es sind zwei mehr oder weniger unbewusste Ängste. Die beiden treten meistens gemeinsam auf und zwingen uns zu leiden.

Eine davon ist Angst vor Schmerz, physischen oder emotionalen, dass ein anderes Lebewesen, eine Macht oder ein Objekt uns verletzen oder auch töten kann.

Wenn ein Konflikt da ist, sich ankündigt oder wir denken, dass da etwas kommen könnte, läuten bei uns, im Gehirn alle Alarmglocken: „Es kommt auf uns etwas zu, was in unserer menschlichen Geschichte schon Mal als eine ernsthafte Gefahr auftrat!“ Unser Körper erinnert sich sehr gut an die früheren traumatischen Erlebnisse auch aus unserem Leben und an die Gefühle von Ohnmacht, Hilflosigkeit, Hoffnungslosigkeit und an Schmerz. Es gibt schon mehrere Theorien wie unser Körper traumatische Erfahrungen und den erlebten Schmerz speichert (darüber schreiben z. B. amerikanische Psychologen A. Janov und P. Levine). In diesem Alarmzustand spüren wir diese Gefühle und den alten Schmerz auf die Oberfläche aufsteigen.

Der Körper will überleben, er beginnt sich auf einen möglichen Angriff vorzubereiten.
Einige Menschen antworten darauf mit Aggression, andere versuchen zu fliehen oder sich tot zu stellen. Egal wie sie handeln, sie sind im Konflikt.
Es ist gut, dass wir diese archaischen Mechanismen haben, weil das unser Überleben sichert. Die Sache ist nur die, dass viele Menschen bei den meisten unklaren Situationen so reagieren und ihre Sorgen auch danach nicht abschalten können. So werden diese Unruhe und Stress zu einem Dauerzustand.

Die zweite ist die Angst ein Opfer zu werden, dass uns etwas weggenommen wird oder jemand uns für seine eigenen egoistischen Zwecke manipuliert. Diese Angst hat viel mit der Ersten zu tun. Wenn uns jemand etwas wegnimmt ist es auch eine Verletzung und wird oft genauso im Körper und Gehirn eingestuft und mit gleichen Reaktionen beantwortet.

Was kann uns denn genommen werden? Z. B. Liebe, Freiheit, Ruhe, Zeit, Geld. Das sind eher große, wichtige Sachen, es gibt aber auch ganz alltägliche Dinge. Wir schaffen uns im Laufe des Lebens ein „Ich“ aus Meinungen, Ansichten, Werte, Glaubenssätze, Zugehörigkeiten und Identifikationen. Jedes Mal, wenn jemand etwas anderes vertritt, nehmen wir es oft als einen Angriff wahr. (Dieser Mensch will uns beweisen, dass seine Meinung oder Ansicht richtig ist und unser nicht. Somit will er auch unsere zerstören oder wegnehmen). So erschaffen wir uns auch Konflikte.

Wenn ihr spürt, dass ihr verärgert, enttäuscht seid, unruhig werdet, innerlich verurteilt, jemanden Rache schwört oder beleidigt, fragt euch einfach:

Was befürchte ich hier zu verlieren?
Was denke ich, will mir mein Konfliktpartner wegnehmen?
Ist es wirklich wert, mich in einen Konflikt ziehen zu lassen?

Nach meiner Meinung basieren die meisten Probleme unserer Zeit auf diesen Ängsten. Menschen haben kein Vertrauen zueinander, wir sind besessen vom Schutz voreinander. Wir versuchen uns vor unserer Angst zu schützen, wir rüsten uns gegen mögliche Gefahren aus und erschaffen noch mehr Angst in der Welt. Energie und Ressourcen werden für die Verteidigung aufgewendet. Kriege, Umweltprobleme, Nationalismus, Grenzen, Datenschutz usw. sind Folgen von unseren Entscheidungen und Handeln in Angst.
Und das Interessanteste ist, dass alle unsere Ängste nur in unseren Köpfen existieren, haben aber gute Verbindungen zum Körper.
Wir fürchten unbewusst, dass andere unsere Freiheit, Ruhe, Leben, unsere Emotionen und Gefühle irgendwie kontrollieren und beeinflussen können. Sie scheinen in der Lage zu sein, unseren Frieden zu zerstören, und deshalb glauben wir, dass wir uns schützen sollen.

Das Problem liegt jedoch nicht bei anderen. Der Punkt ist, dass wir, in uns nicht akzeptierte Persönlichkeitsanteile, Charakterzüge, Fähigkeiten, in anderen sehen und bekämpfen wollen. Es geht hier um Projektionen. Mehr dazu ist in diesem Artikel. Wir sehen die und es regt uns auf, weil wir das in uns selbst nicht annehmen wollen. Wir bekämpfen nur uns selbst unser ganzes Leben lang. Die äußere Welt zeigt uns nur das Spiegelbild unsere inneren Prozesse.

Euer Roman

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Über Roman Mendelev

vom Konflikt über Diplomatie zum Frieden
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