Kompetenzen, um Konflikte zu lösen

Hallo zusammen,

heute stelle ich euch mehrere Kompetenzen vor, die eine gelungene Konfliktlösung näherbringen können. Dazu kommt ein nettes Video, eine Buchempfehlung und einige meine Gedanken zum Thema.

Die Kompetenzen wurden von zwei Psychologinnen aus Australien Helena und Stella Cornelius verfasst. Die sind davon überzeugt, dass das Geschick im Umgang mit Anderen verändert, wer man ist, und wie man mit der Umwelt umgeht. Diese Kompetenzen und Fähigkeiten im Konfliktlösen ermöglichen es, den Menschen auf eine vernünftige Weise Konfliktsituationen entgegenzutreten, anstatt sich zurückzuziehen oder aggressiv zu werden.

12 Kompetenzen / Fähigkeiten

  1. Win-Win-Situation ermöglichen (Verwandle mögliche Gegner in nach der Lösung suchende Partner.) Was brauche ich hier wirklich? Was braucht mein Gegenüber? Möchte ich, dass es für beide von uns funktioniert?
  2. Kreative Reaktion (Nimm eine positive Haltung gegenüber Konflikten an.) Welche Chancen kann diese Situation hervorbringen? Kann ich eher Möglichkeiten im „was ist“ sehen, als „wie es sein sollte“?
  3. Empathie (Erkenne Sichtweisen der Anderen.) Wie fühlt es sich an, in ihrer Haut zu stecken? Was versuchen sie zu sagen? Habe ich sie wirklich verstanden? Wissen sie, dass ich ihnen zuhöre?
  4. Angemessenes Selbstbewusstsein (Teile deine eigenen Bedürfnisse mit, ohne andere zu beschuldigen oder anzugreifen. Sei nachsichtig mit deinen Mitmenschen, unerbittlich mit dem Problem.) Was möchte ich verändern? Wie möchte ich ihnen dieses sagen, ohne sie zu beschuldigen oder anzugreifen? Ist dies eine Erklärung darüber wie ich fühle, anstatt darüber was richtig oder falsch ist?
  5. Fähigkeit zur Zusammenarbeit (Bestimme die Ungleichgewichte der Macht und untersuche gründlich ihre Auswirkung auf den gemeinsamen Entscheidungsprozess.) Nutze ich meine Macht unangemessen? Und die anderen? Können wir zusammenarbeiten?
  6. Mit Gefühlen umgehen (Drücke deine Gefühle angemessen aus und hilf anderen dabei, die ihren auszudrücken.) Was fühle ich? Gebe ich ihnen die Schuld an meinen Gefühlen? Wäre es in der Situation hilfreich, mit ihnen über meine Gefühle zu reden? Was möchte ich ändern? Habe ich den Wunsch zu bestrafen aus meiner Reaktion herausgehalten? Was kann ich tun, um mit meinen Gefühlen umzugehen? (z.B. schreibe sie nieder, rede mit einem Freund, schlage auf eine Matratze)
  7. Lösungsbereitschaft (Erarbeite den Nutzen einer Lösung – für alle Parteien.) Will ich den Konflikt lösen? Wird die Abneigung verursacht durch etwas in meiner Vergangenheit, das immer noch schmerzt? Etwas von dem ich nicht eingestanden habe, dass ich es brauche? Etwas, das ich an ihnen nicht mag, weil ich es an mir selbst nicht akzeptiere?
  8. Aufzeigen des Konflikts (Identifiziere alle wichtigen Parteien und hebe ihre Bedürfnisse und Interessen hervor.) Was ist das Anliegen, das Problem oder der Konflikt? Welches sind die wichtigen Parteien? Schreibe die Bedürfnisse aller Personen auf (d.h.: Was sind die Interessen, die dem Problem unterliegen? Was sind die Folgen der Lösungsvorschläge?) Schreibe die Ängste aller Personen auf. Zeigt diese Liste gemeinsame Bereiche? Woran müssen wir noch arbeiten?
  9. Erstellen von Alternativen (Erstelle eine große Anzahl von Alternativen ohne sie zum gegenwärtigen Zeitpunkt zu diskutieren oder zu rechtfertigen.) Welche Möglichkeiten gibt es? Beurteile diese noch nicht. Was unmöglich erscheint, könnte gute Ideen enthalten. Welche Alternativen geben uns beiden mehr von dem, was wir wollen? Sei kreativ, mische und füge zusammen.
  10. Verhandlung (Bringe gerechte und mit gesundem Menschenverstand begründete Angebote ein.) Was möchte ich erreichen? Sei dir über das ungefähre Ergebnis im Klaren, obwohl du vielleicht deinen Weg dorthin ändern könntest. Wie können wir zu einer gerechten Übereinkunft kommen, die alle Parteien gewinnen lässt? Was können sie geben? Was kann ich geben? Ignoriere oder berücksichtige ich Einwände? Welche Punkte würde ich in einer Einigung abdecken müssen? Würden wir alle das Gesicht wahren?
  11. Streitschlichtung (Erkläre, welche Möglichkeiten mit einem unparteiischen und objektiven Dritten verbunden sind.) a) Können wir es selbst klären oder benötigen wir Hilfe von einer neutralen dritten Person? Wer könnte diese Rolle übernehmen? b) Wäre ich als Streitschlichter geeignet? Wenn ja: Wie könnte ich meine Rolle vorbereiten und sie den beiden Parteien erklären? Kann ich das richtige Umfeld schaffen, sodass sich Menschen öffnen, einander verstehen und ihre eigenen Lösungsvorschläge entwickeln? Was kann dies unterstützen?
  12. Perspektiven erweitern (Präsentiere Lösungen so wie sie sich auf den weiteren Rahmen über das Thema selbst hinaus auswirken.) Sehe ich das ganze Bild und nicht nur meinen eigenen Standpunkt? Was sind die Auswirkungen auf das, was hinter dieser unmittelbaren Frage steht? (Zum Beispiel auf andere Menschen oder Gruppen) Wohin könnte dies in der Zukunft führen?

Das Buch zum Thema 12 Kompetenzen gibt es auch. Das heißt „Everyone Can Win“ von Helena Cornelius und Shoshana Faire. Da werden noch weitere Methoden und Möglichkeiten vorgestellt, die bei einem Konflikt helfen können.

Ich denke, je mehr man sich mit dem Thema beschäftigt, desto mehr kann man sich diese Kompetenzen vertiefen und ausbauen. Es ist ein langer Prozess und er bringt mehr Ruhe und Frieden ins Leben.

Nicht jeder Konflikt kann gelöst werden, aber aus jedem können wir etwas lernen und in Zukunft einige Fehler eventuell vermeiden. Konflikte bleiben, aber deren Intensität wird mit der Zeit abnehmen und wir können durch die erwachsener, besser, weiser und vielleicht toleranter zu uns selbst zu den anderen werden.

Euer Roman

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Über Roman Mendelev

vom Konflikt über Diplomatie zum Frieden
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