Erwartungen


Halbstarker Polizist – Ladykracher

Hallo zusammen,

heute spreche ich über ein sehr interessantes Thema. Es geht um Erwartungen, wie die unser Leben etwas stressiger machen und was wir dagegen tun können. Ich stelle euch ein lustiges Video, eine Methode und einige meine Gedanken zum Thema vor.

Ich habe in meinem Leben viel Leid davongetragen. Ich mahlte mir etwas aus und dann kam es und ich war enttäuscht, weil das Ergebnis ganz anders aussah, als ich mir das vorgestellt hatte.

Ich habe mich entschieden das Thema näher anzusehen und habe mir mehrere Fragen gestellt: Was erwarte ich von meinem Umfeld? Was von mir selbst? Was erwarten andere von mir? Aus welchem Grund bin ich enttäuscht, wenn meine Erwartungen nicht erfüllt werden? Und viele andere.

Danach habe ich verstanden, dass ich von dieser Welt schon ein bestimmtes Bild habe. Mehr dazu gibt es in diesem Artikel. Das gehört zu meiner Person und es tut weh, wenn die Realität mir etwas anderes vorzeigt, weil ich das Bild (einen Teil meiner Persönlichkeit) aufgeben muss. Das zeigt mir nicht nur, dass ich etwas Falsches hatte und im Unrecht war, sondern auch, dass ich einen Fehler machte. Das ist schmerzhaft.

In uns gibt viele verschiedene Bilder, Ansichten und Glaubenssätze, wie in einer oder anderen Situation gehandelt werden sollte. Die haben wir von unseren Eltern, Lehrern, wichtigen für uns Personen, aus Büchern und Filmen. Aus diesen Quellen wissen wir ungefähr, wie wir uns und andere sich verhalten sollten. Viele solche Bilder kommen auch aus vorheriger Erfahrung im Leben.
Dazu kommt, dass wir nicht so richtig wissen, wie andere Menschen ticken, kennen deren Motive, Denkweisen und Bedürfnisse nicht. Wir schauen oft auf die Leute und Situationen von unserer Perspektive aus und überlegen, wie wir in dieser Lage gehandelt hätten.

Ich habe dazu ein passendes und aktuelles Beispiel. Ich bin ein Fußballfan und meine Lieblingsmannschaft ist bei der letzten WM Weltmeister geworden. Ich weiß, dass die Spieler und der Trainer gut sind.Ich bin mir sicher, dass die wieder große Chancen haben den Pokal zu gewinnen. Dann passiert etwas Unerwartetes, die Mannschaft verliert ihr erstes Spiel. Es tut weh und ich bin enttäuscht.

Sehen wir die Sache jetzt näher an. Ich habe mir ausgemalt, dass das Team wiedergewinnen wird, obwohl die letzten Freundschaftsspiele nicht so gut waren. Eigentlich habe ich das nur erfunden. Ich wollte, dass die gewinnen. Ich wünschte mir das.
Bekomme ich immer alles, was ich will? Eher nicht. Und, wenn es noch nicht Mal von meiner Wenigkeit abhängt? Dann ist die Wahrscheinlichkeit noch geringer.
Na gut, ich hatte Unrecht, bin enttäuscht und habe schlechte Laune. Ich beschuldige natürlich das Team, den Trainer, den Rasen und den Schiedsrichter, dass ich mich jetzt schlecht fühle. Wenn ich aber etwas tiefer grabe, sehe ich, dass ich mir alles persönlich ausgedacht und dabei mich selbst betrogen habe. Keiner andere war dabei, es waren nur meine Erwartungen. Ich bin selber schuld an allem.

Ich habe eine kleine Methode ausgearbeitet, die mir ganz gut hilft, etwas gelassener zu bleiben. Ich benutze die, um die Wichtigkeit von einer Erwartung wegzunehmen, damit darein nicht so viele Emotionen fließen und am Ende meine Reaktion auf ein Ereignis ziemlich neutral bleibt.

Ich stelle mir erstmal einen ganz schrecklichen Situationsausgang vor. Dann noch etwas katastrophaler und am Ende noch eine Schippe darauflegen, etwas Weltuntergehendes. Es soll schon wirklich unangenehm sein. Dann versuche ich da etwas Komisches zu finden, weil das Ergebnis schon ganz grotesk ist. Dann beginne ich darüber zu schmunzeln, wie gut ich darin bin, mir etwas auszumalen. Eigentlich kann ich Horrorbücher schreiben oder beim Fernsehen arbeiten.
Jetzt stelle ich mir einen tollen Ausgang vor, dann noch etwas großartiger und am Ende etwas ganz Paradiesisches, bis es nicht mehr geht. Nun beginne ich schon richtig über mich zu lachen, weil meine Einbildungskraft sich richtig übertroffen hat.

Wenn ich das gemacht hat, habe ich richtig gute Laune. Ich habe mich beruhigt und meine Erwartungen von mehreren Seiten angesehen habe. Ich bin jetzt zu allem bereit und werde nicht sehr leiden, wenn das Ergebnis nicht ganz zum Gewünschten passt.

Ich denke, dass das Leben im Großen und Ganzen nicht voraussehbar ist. Wir kennen nicht die Zukunft und können nicht alles wissen. Vielleicht können wir dieses Nichtwissen versuchen zu akzeptieren?
Denkt nach, wenn meine Erwartung erfüllt wurde, dann wusste ich das schon davor und meine Freude darüber ist klein. Es gibt auch keine erfreuliche Überraschung. Nächstes Mal habe ich noch mehr Angst, nicht richtig zu liegen. Der Druck wächst, weil ich weiterhin auch Recht und Kontrolle haben will. Wenn meine Erwartungen nicht erfüllt wurden, dann bin ich enttäuscht, frustriert und missmutig. Beide Möglichkeiten bringen mir eher wenig.

Ich finde, alles kommt so, wie es kommen soll. Ich plane sehr gern, aber ich versuche mich selbst, diese Pläne, Träume und Wünsche nicht so ernst zu nehmen. Es ist wie ein Spiel, ich weiß nicht, ob zukünftige Erfüllung von allen diesen Sachen mich glücklich macht oder nicht, aber ich kann jetzt das Spiel genießen.

Euer Roman

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Über Roman Mendelev

vom Konflikt über Diplomatie zum Frieden
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