Gründe für Ärger und Wut

Hallo zusammen,

heute reden wir über unangenehme Emotionen wie Wut, Ärger, Zorn und versuchen zu verstehen, von wo sie kommen und was unsere Reaktion auf verschieden Situationen beeinflusst. Dazu kommen ein Video, eine Methode und meine zahlreichen Kommentare.

Wir beginnen mit einem Video mit einer interessanten Botschaft.

Es geht jetzt um ein Modell und folgende Emotionen – Zorn, Wut, Ärger, obwohl das auch viele andere sein können. Diese Emotionen können als destruktiv bezeichnet werden, da sie sowohl die Person selbst (ihre psychische und physische Gesundheit) als auch ihre Beziehungen zu anderen Menschen zerstören. Sie sind die ständigen Ursachen für Konflikte, Groll, Schmerz, Frustration, Verdruss und Verzweiflung. Ich möchte euch ein Modell vorstellen, die uns etwas anschaulicher darstellt, wie der ganze Entstehungsprozess aussehen könnte. Ich habe den Prozessablauf in Form eines Krugs darstellt. 

Alle Emotionen, die eine Person erlebt, entstehen aus einem bestimmten Grund, es steckt immer etwas dahinter und sie signalisieren uns etwas Bestimmtes. Welche äußeren Manifestationen der Aggression fließen aus diesem Krug? Das können zum Beispiel heftige Diskussionen, Beschimpfungen, Beleidigungen, Streitereien, Konflikte, körperliche Gewalt etc. sein.

Gefühle und Emotionen wie Schmerz, Kränkung und Angst gebären und verstärken unsere Wut. Warum genau die? Wut entsteht in einer Bedrohungssituation, wenn unsere Grenzen verletzt werden. Wenn eine Bedrohung auf uns zukommt, steht fast immer Angst hinter unserer Wut. Wenn die Bedrohung subjektiv oder schon vorbei ist, dann können Kränkung und Schmerz dahinterstehen. Es gibt noch Gefühle wie Ohnmacht, Hoffnungslosigkeit, Aussichtslosigkeit, Verzweiflung, die uns auch sehr wütend machen können. Darüber hinaus enthalten alle Gefühle dieser zweiten Schicht mehr oder weniger Leiden in sich. Daher sind sie nicht leicht auszudrücken, sie werden normalerweise verschwiegen und versteckt, wenn sie überhaupt wahrgenommen werden.

Aber auch alle obengenannten Faktoren sind nicht die Grundursachen von Wut. Die oder ähnliche Gefühle entstehen, wenn ein oder mehrere Bedürfnisse einer Person nicht erfüllt werden. Es gibt viele dieser Bedürfnisse: das Bedürfnis nach Liebe, Akzeptanz, Respekt, Zuneigung, Freiheit, Selbstverwirklichung usw. Wenn ein oder mehrere Bedürfnisse blockiert oder unbefriedigt sind, erleben wir Angst, Schmerz und Kränkung usw. Ich habe mich hier mehr auf diejenigen konzentriert, die mit Kommunikation, Beziehungen und mit dem Leben unter Menschen verbunden sind.

Wir sehen, dass es sich noch etwas unterhalb der Bedürfnisebene befindet. Diese tiefen Empfindungen oder innere Grundeinstellungen spiegeln eine besondere Art menschlicher Erfahrung wider – eine Haltung zu sich selbst oder auch ein Verhältnis mit sich selbst. Die haben einen gewissen „gemeinsamen Nenner“, der jeden von uns mehr oder weniger zum Optimisten oder Pessimisten macht, selbstbewusst oder nicht, gelassen oder ängstlich, und damit mehr oder weniger widerstandsfähig gegen Schicksalsschläge. Im Krug sind die positive innere Grundeinstellungen. Die sind aber oft negativ so wie: Ich schaffe es nicht, Ich habe kein Recht auf irgendetwas, Ich bin in Gefahr und andere. Die meisten davon sind unbewusst, haben aber einen großen Einfluss auf unser Leben. 

Diese Überzeugungen sind nicht einfach zu ändern, da sie in den meisten Fällen in unserer Kindheit über- oder angenommen wurden. Ausschlaggebend ist hier, wie unsere Eltern oder wichtige für uns Personen mit uns damals umgegangen sind. Erschwert die Sache noch, dass es in vielen Fällen in der Zeit passiert, in der unsere sprachlichen Möglichkeiten nicht da waren oder nicht zu Ende entwickelt wurden (wir konnten damals und können oft immer noch die nicht in Worte fassen). Das ist dann eine andere Ebene, die ich nur mit den Worten und Gesprächen nicht immer erreiche.

Ein Beispiel zum Modell:
Ein Kollege hat mich heute Morgen nicht gegrüßt.

1.Emotion:
Ich bin verärgert. Das macht mich wütend.
2.Gefühl:
Ich bin schon gekränkt, es ist unfair. Warum hat er das getan?
3.Bedürfnisse:
Aufmerksamkeit, Liebe, Kontakt, Wertschätzung, Respekt, Ordnung/Regeln (alle grüßen alle).
4.Grundeinstellungen:
Er bringt mich zu einer früheren Empfindung /Gefühl aus der Kindheit, die immer noch da ist: ich bin nicht OK, nicht gut  genug, ich bin nicht wertvoll, ich werde nicht geliebt, ich existiere nicht(da er mich ignoriert). 

Obwohl ich die Meinung habe, dass solche Grundeinstellungen und Überzeugungen nur mit sehr viel Arbeit an sich selbst geändert werden können, wird lediglich das Bewusstwerden davon schon eine leichte Entspannung und Erleichterung ins Leben bringen. Ich habe unten einige Fragen aufgeschrieben, die euch in die Analyse bringen und dabei für etwas mehr Klarheit sorgen werden.

Arbeit mit inneren Überzeugungen

Bewertet eure gefundenen Überzeugungen (zum Beispiel mit einer Skala von 0 bis 10) und wählt dann die Überzeugung aus, die am negativsten ist.

Hier können beispielsweise folgende Fragen hilfreich sein (die „ausgegrabene“ innere Überzeugung muss bei jeder Frage wiederholt werden):

… (Überzeugung): „Kann ich mir sicher sein, dass das wahr ist?“

… (Überzeugung): „Woher habe ich diese Idee in meinem Kopf?“

… (Überzeugung): „Wie reagiere ich physisch und emotional, wenn ich darüber nachdenke?“

Welche positiven Auswirkungen hat diese Überzeugung … auf mein Berufsleben / Familienleben / Partnerschaft / Finanzen / Gesundheit …?

Welche negativen Folgen hat diese Überzeugung … auf Ihr Berufsleben / Familienleben / Partnerschaft / Finanzen / Gesundheit?

Ich stelle mir vor, ich lasse diese innere Überzeugung los. Was passiert?
Wie fühle ich mich? Wie wird sich dies auf … auswirken (z.B. meine Gesundheit / meinen beruflichen Erfolg / meine Beziehung zu XY)?
Was wird möglich?
Was wird unmöglich?

Welche Bedürfnisse versuchen ich mit diesem Denken/Glauben zu befriedigen?
Welche Bedürfnisse wurden durch meine Überzeugung nicht erfüllt?

Was wäre das Schlimmste, was passieren könnte, wenn ich nicht mehr daran glauben würde?

Gebe ich diese Überzeugung auf?
Welche Gegenargumente gibt es gegen diesen Standpunkt? Welche dafür?

Was soll ich eigentlich anstelle von (bisheriger Glaubenssatz) denken, um mein Leben positiv zu beeinflussen?

Welche Verhaltensweisen darf ich mir jetzt erlauben, wo ich nicht mehr von (alter Glaubenssatz) überzeugt bin, sondern stattdessen (neue Überzeugung)?
Womit beginne ich mein Leben zu ändern?

Viel Erfolg!

Euer Roman

.

.

 

Teile mit Freu(n)de : Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • Twitter
  • Facebook
  • Google Bookmarks
  • XING
  • LinkedIn
  • MisterWong
  • MyShare
  • MySpace
  • Webnews
  • email
  • Print

Über Roman Mendelev

vom Konflikt über Diplomatie zum Frieden
Dieser Beitrag wurde unter Methoden, Persönlichkeit, Psyche abgelegt und mit , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.