Meine Verantwortung im Leben

Hallo zusammen,

heute reden wir über ein interessantes und wichtiges Thema, es geht um die Verantwortung und Kontrolle. Die größte Frage, die ich bearbeiten werde, ist: „Wofür bin ich in meinem Leben verantwortlich? oder Was habe ich unter meine Kontrolle?“. Dazu kommen eine Filmempfehlung, ein tolles Video zum Thema und meine Kommentare.

Wir beginnen mit einer Empfehlung, um ins Thema einzusteigen. „Zu guter Letzt“ ist eine tolle Komödie mit mehreren interessanten Fragestellungen und eine davon zur Kontrolle im Leben, wie die das eigene Dasein und die Umwelt verändert.

„Wofür bin ich in meinem Leben verantwortlich?“
Generell gilt selbstverständlich für jeden Mensch: Er ist dafür verantwortlich, wofür er sich verantwortlich fühlt und ich will hier niemandem etwas aufzwingen.
Nach meiner Meinung aber durch die Beantwortung oder Klärung dieser Frage werden viele Missverständnisse und innere und äußere Konflikte beseitigt. Wo beginnt und endet meine Verantwortung in meinem Leben? Mit dieser Frage habe ich zum ersten Mal vor ca. 10 Jahren beschäftigt. Mein damaliger Coach und Mentor hat es in einem seiner Seminare angesprochen (schöne Grüße und Vielen Dank an Karl-Peter Grube) und das Thema hat mich seitdem lange beschäftigt.

Ich denke, hier geht es um das Thema Kontrolle und Kontrollverlust. Viele Menschen in unserer Gesellschaft wollen die Kontrolle haben. Die Kontrolle bedeutet Macht. Wenn ich mich und die Welt um mich kontrolliere, bin ich stark. (Meistens geht es erst um die Person selbst und dann verbreitet es sich immer weiter, auch auf die ganze Welt). Wenn wir etwas tiefer graben, dann sehen wir hier einige Ängste, die Menschen haben – z.B. vor Ohnmacht, Hilflosigkeit, eigene Schwäche, Liebesentzug, vor Chaos und andere. Die kommen aus unseren Erfahrungen aus der Kindheit, wo wir eher wenig kontrolliert haben.

Ich möchte noch einmal betonen, hier geht es lediglich um meine Meinung. Ich habe einige wichtigen Aspekte zum Thema gesammelt und stelle die vor. Wir beginnen mit den Sachen, die wir kontrollieren können.

Unter meiner Kontrolle sind folgende Aspekte:

1. Wie ich mit meinen Gedanken fertigwerde
Die Gedanken kommen und gehen, die sind die meiste Zeit einfach da, sie entstehen in uns und verlassen unser Bewusstsein. Es gibt viele Menschen, die meditieren und für eine Weile gibt es die Möglichkeit, die Gedanken einfach vorbeiziehen zu lassen, ihnen keine Energie zu geben, aber die sind trotzdem da. Ich kann auch mit einer Anstrengung für eine kurze Dauer, die ganz loszuwerden (ich habe das Mal für ca. 1 Minute geschafft).

Ich kann mir eine Methode anlernen, wie ich mit ihnen umgehe. Wie gehe ich mit negativen Gedanken, mit Grübeln, mit im Moment störenden, mit unwichtigen Gedanken usw. um. Die meisten von uns haben auch irgendwelche Techniken, die sie nutzen (Ablenkung, Meditation, Schlaf, Essen, Gespräch, tiefe Analyse, Tagebuch und andere).
Ich kann schon beeinflussen, welche Gedanken ich in meinem Kopf habe.

2. Wie ich mit meinen Emotionen umgehe
Mit den Emotionen ist ähnlich wie bei den Gedanken, die sind auch da und erzählen uns meistens über unsere Bedürfnisse. Alle Menschen haben sie, sogar die Menschen mit einer beschädigten/unentwickelten Amygdala. Sie können vielleicht nicht viel wahrnehmen (bei sich und den anderen), aber die haben Emotionen. Wir sind ihnen aber nicht komplett ausgeliefert und können auf die wirken.
Und hier geht es auch um eine Handhabung, wie ich mit meinen Emotionen umgehe. Da hat jeder von uns auch eigene Taktik (oft wie bei den Gedanken beschrieben). Das wichtigste hier ist die Arbeit mit den Emotionen, die z. B. so aussehen könnte:

Emotionen

  • akzeptieren
  • erkennen und unterscheiden
  • benennen, beschreiben
  • ausdrücken

3. Meine Worte
Ja, ich bin verantwortlich für das, was ich sage. Man soll vorsichtig damit umgehen.
Worte sind eine Art Magie. Wir nutzen die jeden Tag, aber oft ohne viel nachzudenken. Wir können die anderen Menschen damit beeinflussen. Manche Worte können Menschen verändern, Ruhe und Zufriedenheit bringen oder Hass und Rache anstiften, Beziehungen beginnen oder auch beenden, Menschen auf die Barrikaden bringen oder in den Krieg ziehen, heilen oder manchmal auch töten. Die Menschen, die Kommunikation beherrschen kommen viel weiter im Leben. Diplomatisches Geschick und gewaltfreie Kommunikation können bei diesem Thema wahre Wunder wirken.

4. Mein Verhalten
Da geht es um die Erziehung, Benimmregeln, Auftreten, Manieren, Umgang mit anderen und sich selbst. Wir lernen das nicht nur in der Kindheit, sondern unser ganzes Leben lang. Mit jedem neuen Menschen in unserem Umfeld verhalten wir uns ein wenig anders. An dem Verhalten kann man arbeiten und das meistens auch verändern.

5. Meine Taten (oder Unterlassen)
Ich kann schon kontrollieren, was ich tue, wenn das keine Reflexe oder Prozesse im Körper/Körperfunktionen sind (einige Yogis können sogar das). Die Ausnahmen sind hier auch bestimmte Krankheiten (Epilepsie) und Handlungen (Affekthandlung). Meistens gibt es zwischen Wahrnehmung und der Reaktion auf einen Reiz ein wenig Zeit, in der wir entscheiden können etwas nicht zu tun oder anders zu tun.

6. Meine Entscheidungen
Es ist ein zumindest zum Teil bewusster Entschluss, was ich vorhabe. Auch viele Bauchentscheidungen können beeinflusst werden.

7. Meine Mühe, um ein Ziel zu erreichen
Das hängt schon von mir ab und ich kann das Ausmaß meines Bemühens verändern.

8. Wie ich die anderen Menschen behandle
Es hat viel mit Taten, Worten, Verhalten gemeinsam, aber ich will das noch einmal extra darauf hinweisen, um die Wichtigkeit dieses Aspekts zu hervorheben, weil hier das größte Potenzial für Konflikte und Beziehungsprobleme liegt.

9. Wie ich um mich selbst kümmere und mich selbst behandle
Ich habe schon sehr viel über Selbstliebe, Akzeptanz und Toleranz zu eigenem Wesen geschrieben. Jeder von uns hat eigene Verfahren, wie er/sie um sich selbst kümmert. Ich kann nur empfehlen darüber nachzudenken. Ihr seid sehr wichtig!

10. Ob ich die Regeln beachte
Hier kann alles Mögliche sein: Gesetze, positive Gewohnheiten (Zähne putzen, joggen, richtige Ernährung), soziale Umgang miteinander, Moral, Ethik, Religion, Gebrauchsanweisung usw. Wir müssen nicht alle Regeln einhalten (tun wir auch nicht), aber zu viel Widerstand kann auch schädlich sein.

11. Meine Erwartungen, Werte, Ansichten, Glaubenssätze, Wünsche.
Alle diese Sachen kann man verändern und anpassen, sprich auch kontrollieren. Generell sind es Gedanken, die in uns etwas höhere Festigkeit und Wichtigkeit erlangt haben.

Natürlich gibt es auch viele andere Dinge, die ich in dieser Aufstellung nicht habe. Die obengenannte sind wichtig für mich. Ihr habt bestimmt noch andere, die für euch relevant sind. Wenn ihr mir andere unter dem Artikel schreibt, werde ich euch sehr dankbar.

Nicht unter meiner Kontrolle sind folgende Aspekte:

1. Wetter
Viele Menschen ärgern sich darüber, verbrauchen viel Energie und das senkt die gute Stimmung. Ich wohne in Hamburg und das Wetter hier ändert sich oft mehrmals am Tag. Ich trage fast täglich einen Regenschirm dabei. Wir können das Wetter nicht kontrollieren, aber das, was wir anziehen. Wir können auch auswandern oder einen Urlaub machen und so das Wetter verändern.

2. Meine früheren Erfahrungen
In meiner Vergangenheit war nicht alles gut und rosig. Ich kann das aber nicht ändern, höchstens versuchen zu vergessen oder mental neuzuschreiben (es gibt schon Methoden dafür).
Diese Prägungen haben aber eine große Wirkung auf uns, können uns schon aus der Ruhe bringen und sehr lange begleiten. Zum Beispiel: „Was hätte ich besser machen können? Was wäre, wenn…? Ich wäre ganz anderer Mensch und hätte ganz anderen Lebensweg, wenn das nicht passiert wäre.“ Es ist schon wichtig, dass wir verstehen, die Vergangenheit ist schon vorbei, wir können die nicht kontrollieren. Wir können nur in jetzt etwas verändern.

3. Was die anderen denken, fühlen, reden und tun oder unterlassen
Es ist oft nicht einfach damit zu leben, aber die anderen Menschen dürfen alle diese Dinge und werden das tun. Gegen Reden und Tun, wenn es uns angeht, könnten wir etwas unternehmen, z.B. Grenzen setzen, Gespräche führen, bitten, erklären usw. Ob das die gewünschte Wirkung hat, werden wir sehen, aber im Ganzen und Großen kontrollieren wir die nicht. Zum Teil versuchen das die Regierungen, Politiker, Massenmedien, Socialmedia, Werbung und andere, aber, nach meiner Meinung, es klappt auch nur bedingt.

4. Entscheidungen anderer Menschen
Genauso, wie davor. Nicht viele nehmen gern Ratschläge oder Empfehlungen, wenn es um ihr Leben geht. Wir können vielleicht etwas ansprechen, kommunizieren, unsere Erfahrungen teilen, aber nicht kontrollieren. Die anderen wollen/sollen/müssen ihren Weg gehen und dabei ihre eigenen Erfahrungen sammeln.

5. Ereignisse in der Welt
Wer wird Präsident von Amerika? Wer gewinnt Bundesliga? Welche Katastrophen passieren in der Welt? Wann kommt endlich die Bahn usw.?
Alle diese Sachen können uns auch ärgern und nervös machen, aber meistens liegen die nicht in unserer Kontrollzone.

6. Erwartungen, Werte, Ansichten, Glaubenssätze, Wünsche von anderen Menschen.
Diese geistige Konstrukte der anderen sind uns oft nicht mal klar oder verständlich, ganz zu schweigen von der Kontrolle darüber.

7. Reaktionen der anderen Menschen auf meine Worte, Verhalten, Taten, Wünsche usw.
Alle Menschen sind individuell und werden auf verschiedene Weise auf alle obengenannten Dinge reagieren. Ich kann es nicht voraussehen oder kontrollieren. Je mehr ich einen Menschen kennenlerne, desto mehr kann ich ihn einschätzen, aber trotzdem bleibt noch viel Spielraum wie er reagiert.

Ich möchte euch ein tolles Video mit einer Methode zum Thema vorstellen.

Bei allen diesen Sachen ist es eher wenig Aussicht auf den Erfolg und Kontrolle, aber der Drang der eigenen Ängste zu entfliehen oder Wünsche zu befriedigen ist noch größer und deswegen machen sich die Menschen eigenes Leben kaputt und erschweren auch das Leben der anderen im Versuch die totale Kontrolle zu erschaffen.

Ich denke, dass diese grenzenlose Kontrolle über sich und die anderen eine Illusion ist. In der letzten Zeit kommen auch immer mehr Theorien (auch aus der Wissenschaft), dass wir nur Fahrgäste auf dem hinteren Sitz eines Fahrzeuges sind und das Leben nur beobachten können. Und wenn man diese totale Kontrolle doch erlangt, dann wie viel Kraft und Energie wird es brauchen, um die aufrecht zu erhalten? Oder irgendwann mal wird es vielleicht langweilig und öde für den Menschen mit großem Kontrollzwang?

Was ist eure Meinung dazu?

Euer Roman

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Über Roman Mendelev

vom Konflikt über Diplomatie zum Frieden
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