Die richtige Kommunikation

Hallo zusammen,

heute möchte ich über ein Kommunikationsmodell reden. Es geht um 4 Prototypen inkongruenter Kommunikation nach V. Satir. Dazu kommen zwei interessante Videos, einen tollen Text von ihr und meine Kommentare.

Jeder Mensch ist ein soziales Wesen und damit auch ein kommunikatives Wesen. Unser Instrument ist hier die verbale und nonverbale Kommunikation. Wir manifestieren ständig unsere Gefühle, Wahrnehmungen, Emotionen, Bedürfnisse, Informationen, Absichten, Meinungen, Eindrücke, Erfahrungen usw. Nur so können wir gemeinsam interagieren, funktionieren und überleben.

Virginia Satir ist eine US-amerikanische Psychotherapeutin. Sie hat vier Kategorien der Kommunikation oder menschliche Haltungen entdeckt, die Menschen dann annehmen, wenn sie unter Stress stehen.

Hier ist ein tolles, erklärendes Video:

Jetzt fasse ich noch einmal kurz die 4 Typen zusammen.

1. Der Beschwichtiger

Beschwichtigen ist eine der vier wichtigsten Arten, wie wir reagieren, wenn wir das Gefühl haben, unser Überleben sei bedroht. Solche Menschen möchten allen anderen gefallen.
Wenn wir beschwichtigen, missachten wir unsere eigenen Gefühle, übergeben unsere Macht jemandem anderen und sagen zu allem „Ja“. Ein Mensch, der zum Beschwichtigen tendiert, stellt sich unter seiner Umgebung, seine eigenen wahren Bedürfnisse werden von ihm missachtet. Der Beschwichtiger spricht leise, fast weinerlich und betet sein Gegenüber förmlich an. Seine Sprechweise wird auch von seiner Körpersprache unterstützt, die vor allem seine Hilflosigkeit widerspiegelt. Ihm fällt es schwer eigene Entscheidungen zu treffen.

2. Der Ankläger

Der Ankläger geht weniger mitfühlend mit seiner Umwelt um, als das der erste Typ tut. Anklagen ist das genaue Gegenteil des Beschwichtigens. Er ist angriffslustig, fordernd und kann dabei sehr verletzend sein.

Generalisierungen, vermeintliche Kausalzusammenhänge und negierte Fragestellungen prägen der Wortwahl dieses Typs. Er spricht laut und schrill. Anspannung lässt sich nicht nur in seiner Stimmlage, sondern auch in der Körperhaltung des Anklägers erkennen. Er versucht ständig seinen eigenen Standpunkt zu beweisen und durchzusetzen.
Sein Selbstwertgefühl steigert der Ankläger oft durch das Niedermachen anderer.

Wenn wir uns die Haltung des Anklagenden zu eigen gemacht haben, werden wir oft als feindselig, tyrannisch, nörglerisch oder gewalttätig bezeichnet. Der Ankläger missachtet andere und fühlt sich gleichzeitig einsam, da er in seiner Umgebung unbeliebt ist und gemieden wird.

3. Der Rationalisierer

Die Kommunikation in diesem Fall lässt sowohl den Rationalisierer selbst wie auch sein Gegenüber unberücksichtigt. Übertrieben rational zu sein bedeutet, dass man sich meist auf der Ebene der Information und der Logik befindet. Der Rationalisierer zeigt sich in Stresssituationen als vernünftig und distanziert. Dabei wirkt er sehr unbeweglich.

Die Tonlage dieses Menschen ist monoton und trocken und wirkt dadurch leblos. Auch seine Körperhaltung ist angespannt, steif und unbewegt. Mit seiner Art missachtet er sich selbst und andere. Er gesteht weder sich selbst noch anderen zu, sich auf Gefühle zu konzentrieren. Der Rationalisierer meidet Körperkontakt und hält lieber Reden als im Dialog zu stehen.

4. Der Ablenker

Wie der Name schon verrät, stellt der Ablenker in seinen Aussagen keine Beziehungen vom Gesagten zum Sachverhalt her. Es handelt sich um einen Versuch, die Aufmerksamkeit der anderen von den zur Diskussion stehenden Themen abzulenken. Er beantwortet selten eine direkte Frage.

Der Ablenker produziert permanent neue Ideen und will mehrere Dinge gleichzeitig tun. Er spricht schnell und ist entsprechend auch in ständiger Bewegung, die jedoch oft unkoordiniert wirkt. In seinem Selbstverständnis interessiert sich niemand für ihn, er fühlt sich nirgends zugehörig und wirkt ziellos und verloren. Er ist nicht in der Lage, sich auf ein bestimmtes Thema eine Weile zu konzentrieren. Er ignoriert sich selbst, andere Menschen und wechselt häufig die Themen und beendet nichts.

In jedem von uns stecken alle 4 Prototypen inkongruenter Kommunikation. Diese sind bei jedem Menschen mehr oder weniger stark ausgeprägt.

Diese Typen geben uns Orientierung, wie wir möglicherweise unsere Kommunikation verbessern, damit unser Gegenüber uns richtig versteht und keine Konflikte entstehen.

Wie sieht dann der kongruente Typ aus?

Er ist authentisch, seine Worte spiegeln genau wider, was er fühlt. Auch Körpersprache und Gesichtsausdruck entsprechen der Aussage. Nach V. Satir kommt Kongruenz aus der Grundhaltung eines Menschen. Ein Mensch ist demnach kongruent, wenn er sich selbst, aber auch andere, als wertvoll sieht. Er erkennt die Einzigartigkeit eines jeden anderen Menschen an.

Wenn ihr euch in einem dieser 4 Typen wiedererkannt habt, dann könntet ihr daran arbeiten, damit die Kommunikation in eurem Leben klarer, eindeutiger, offener und ehrlicher wird.

 „Ich glaube, dass das größte Geschenk, das ich von jemandem empfangen kann, ist gesehen, gehört, verstanden und berührt zu werden. Das größte Geschenk, das ich geben kann, ist den anderen zu sehen, zu hören, zu verstehen und zu berühren. Wenn dies geschieht, entsteht Beziehung.“
Virginia Satir

Ich möchte euch noch etwas von V. Satir nicht vorenthalten. Es geht darum, wie sie den Umgang miteinander gesehen hat. Diese Sichtweise hat mich einst sehr beeinflusst.

Virginia Satir „Wie ich Dir begegnen möchte“

Hier ist nochmal der Text.

Ich möchte Dich lieben, ohne Dich einzuengen.
Ich möchte Dich wertschätzen, ohne Dich zu bewerten.
Ich möchte Dich ernst nehmen, ohne Dich auf etwas festzulegen.
Ich möchte zu Dir kommen, ohne mich Dir aufzudrängen.
Ich möchte Dich einladen, ohne Forderungen an Dich zu stellen.
Ich möchte Dir etwas schenken, ohne Erwartungen daran zu knüpfen.
Ich möchte von Dir Abschied nehmen, ohne Wesentliches versäumt zu haben.
Ich möchte Dir meine Gefühle mitteilen, ohne Dich für sie verantwortlich zu machen.
Ich möchte Dich informieren, ohne Dich zu belehren.
Ich möchte Dir helfen, ohne Dich zu beleidigen.
Ich möchte mich um Dich kümmern, ohne Dich ändern zu wollen.
Ich möchte mich an Dir freuen – so wie Du bist.
Wenn ich von Dir das Gleiche bekommen kann, dann können wir uns wirklich begegnen und uns gegenseitig bereichern.

Euer Roman

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Über Roman Mendelev

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