Wie lerne ich zu vertrauen

Hallo zusammen,

heute sprechen wir über den Vertrauensmangel zur äußeren Welt und anderen Menschen. Ich weiß jetzt schon, dass ich mit dem Thema in einem Artikel nicht fertig werde. Wir behandeln heute die Themen, woher mangelndes Vertrauen kommt und welche Auswirkungen das haben kann. Dazu kommen ein Video und meine Kommentare.

Wir beginnen mit dem Begriff „Urvertrauen“, weil ich denke, ohne dieses wäre auch kein Vertrauen da. Seine Definition in der Psychologie lautet: „Es ist aus der engen Mutter-Kind-Beziehung im Säuglingsalter hervorgegangenes natürliches Vertrauen des Menschen zu seiner Umwelt“.
Es entwickelt sich im frühen Kindesalter durch die verlässliche, bleibende und sorgende Zuwendung von Dauerpflegepersonen (meistens den Eltern). Es beschafft die innere emotionale Sicherheit, die in späteren Jahren zu einem Vertrauen zu seiner Umwelt und zu Interaktionen mit anderen Menschen befähigt. Das Urvertrauen ermöglicht angstfreie Auseinandersetzung mit der sozialen Umwelt.

Woher kommt das, dass viele Menschen wenig Vertrauen zum Leben und zu der Welt entwickeln?

Die ersten Beeinträchtigungen können noch vor der Geburt kommen. Wenn die Mutter in der Schwangerschaft ein stressiges Leben, Ängste, Zweifel, Sicherheitssorgen hat, dann wird es auch auf Fetus übertragen werden und dem übermitteln: „Da draußen ist nicht sicher!“ Ihr Hormonhaushalt wird öfter einen höheren Cortisolspiegel aufweisen und dieses Niveau wird später auch das Kind übergehen und als normal in seinem Körper festgelegt. Mit diesen Themen beschäftigte sich US-amerikanischer Psychologe, Vater der Primärtherapie A. Janov in seinen letzten Büchern.

Der wichtigste Vertrauensverlust nach meiner Meinung passiert noch in dem Säuglingsalter, spätestens in der Kindheit. Der Säugling erwartet naturgemäß von der Umgebung, von seinen Bezugspersonen, dass sie ihm alle Nähe, Berührung, Fürsorge und Sicherheit zukommen lassen, die er braucht. Zuerst war er auch ohne Bedingungen richtig und in Liebe angenommen. Früher oder später wird aber etwas passieren, was dem Kind sagt, ich kann meinen Bezugspersonen nicht mehr vertrauen. Z. B. das Kind verliert Sicherheitsgefühl und Vertrauen, wenn die Eltern nicht kommen, obwohl es schreit oder wenn seine Mutter es anbrüllt, schlägt, sich nicht um es kümmert oder es gibt Unstimmigkeiten in dem Verhalten und Aussagen der Eltern.
Das Kind kann nicht weg, es liebt seine Eltern, aber fühlt sich bei Ihnen nicht mehr sicher, vollkommen und angenommen. Während seiner weiteren Erziehung passieren immer wieder solche Ereignisse, die es in seinem Glauben bestätigen. Das Kind beginnt davon auszugehen: „Die Welt ist für mich nicht sicher und wenn ich schon meinen Eltern nicht mehr vertrauen kann, wem dann? Zum Nachlesen kann ich Werke von einem deutschen Psychotherapeuten Karl Heinz Brisch empfehlen.

Nach meiner Meinung, während solchen Ereignissen (Traumata) muss das Kind einen großen Schmerz ertragen, weil seine Psyche dabei mithilfe bestimmten Schutzmechanismen aufgeteilt wird, um die Situationen zu vergessen und für den Eltern unerwünschte Teile sich selbst ins Unbewusste zu verdrängen. Das Kind liebt seine Eltern und braucht ihre Liebe, aber „das böse Kind“ wird nicht geliebt, sondern bestraft und wenn das die Menschen tun, die es über alles liebt, dann kann das seine Psyche nicht ertragen. Dieses Thema behandelte C. G. Jung in seiner Persönlichkeitsstrukturtheorie.

Wenn das Kind zum Jugendlichen wird, sucht er nach realen Beziehungen, in denen er wieder anderen Menschen vertrauen kann. Er will die Beziehung, die er als Säugling hatte, in der er vollkommen angenommen und geliebt war, wo er auch ohne Angst abhängig sein konnte, aber er wird oft enttäuscht. Das erinnert ihn an den früheren Schmerz und er wird immer vorsichtiger, um den nicht wieder zu spüren. Oft verschließt er sich und sein Selbstvertrauen kann sich nur langsam ohne Feedback von außen entwickeln. Er beginnt eine Fantasie der Realität zu bevorzugen (wie es sein könnte, wenn alles nach seinen Vorstellungen wäre) und wendet sich oft von den realen Beziehungen ab. (Ausführlicher darüber schreibt englischer Psychoanalytiker und Kinderarzt Donald Winnicott). So können sich verschiedene Abhängigkeiten entwickeln, z. B. Spiele, Internet, Fernseher, Drogen. Die Person hat öfter unruhiges Gefühl, Sorgen, Angst und beginnt den Versuch die Außenwelt immer mehr zu kontrollieren und das ist das Gegenteil vom Vertrauen.

Das Interessanteste dabei ist, dass das Wichtigste, was die Person braucht, um ihre Wunden zu heilen, sind die realen Beziehungen mit anderen Menschen.

Negative Auswirkungen von fehlendem Vertrauen

Ein Mangel von Vertrauen wirkt sich wie eine versteckte Belastung und Stress für den Körper und Psyche aus. Eine Last, die auf jeder Kommunikation, jeder Entscheidung, jeder Interaktion liegt. Die macht alles langsamer, aufwendiger und schwieriger.

So fühlen sich argwöhnische Menschen häufig besorgt, unwohl, unsicher oder ängstlich. Solche Menschen beobachten die Welt und die Personen, denen sie misstrauen und stehen ihnen ablehnend gegenüber, weil sie fürchten, böse enttäuscht oder reingelegt zu werden.

Misstrauen kann sich auch körperlich auswirken. So kommt es bei misstrauischen Menschen häufig zu beschleunigtem Herzschlag, Unruhe, Anspannung und erhöhtem Blutdruck. Manchmal fühlt man sich wie im Krieg, wo überall Feinde sind und jeden Moment etwas Negatives passieren kann. Solche Menschen finden häufig, auch wenn sie allein sind, keine Ruhe und Frieden. Das Wichtigste dabei, dass das nicht nur die Lebensqualität mindert, sondern sich auch auf Gesundheit dauerhaft negative Auswirkungen haben kann.

Im nächsten Artikel gebe ich ein paar Empfehlungen, wie das Vertrauen zur Welt und Menschen entwickelt oder verbessert werden kann.

Euer Roman

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Über Roman Mendelev

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