Wie sage ich Nein richtig

Hallo zusammen,

heute habe ich ein Thema ausgewählt, das, nach meiner Meinung, in den Bereichen Kommunikation und Konfliktprävention sehr wichtig ist. Ich habe für euch ein lustiges Video, eine Methode, wie man Nein sagt und einige meine Gedanken zum Thema vorbereitet.


Lady Kracher

Wie ist es bei euch mit dem Nein sagen?
Ich hatte mal früher damit Probleme. Ich dachte damals, wenn ich Nein sage, dann lehne ich einen Menschen ab, er wird dadurch sehr unglücklich, eventuell auch wütend und am Ende will er mit mir nichts mehr zu tun haben. Für mich bedeutete es meistens die Beziehungsende auf allen Ebenen, eventuell auch ein neuer Gegenspieler und davor hatte ich Angst. Das war selbstverständlich nur in meinem Kopf, lediglich mein eigenes Gedankenkonstrukt, aber das hat mir das Kopfweh bereitet. In den meisten Fällen habe ich dann Ja gesagt und musste für jemanden etwas erledigen. Ich hatte meine Zeit, Kraft, Mühe und Nerven investiert und oft auch nicht mal ein Dankeschön dafür bekommen.

Früher als ich um eine Unterstützung gebeten wurde, dachte ich immer viel nach: Aus welchem Grund denn, habe ich Ja gesagt? Es waren meistens verschiedene Ängste, z. B. Angst, nicht mehr gemocht zu werden, Angst vor Konsequenzen, Angst, dass andere mich für einen Egoisten halten, Angst etwas im Leben zu verpassen, Angst jemandem weh zu tun usw. Nach meiner Meinung, aus Angst zu handeln ist sowieso nicht so ganz richtig, es sei denn, es geht um die wichtigen Sachen: um Leben oder Gesundheit (eure oder Personen, die um Hilfe bitten).

Ich habe mir auch überlegt, was würde mir das alles kosten, wenn ich zustimme. Oft dachte ich am Anfang: Es ist nur ein kleines Gefallen und etwas später fand ich eine Aufgabe ohne Ende vor.

Was, bei mir alles änderte, war ein anderer Prozess des Entscheidungstreffen. Seit mehreren Jahren nehme ich mir Zeit, bis ich eine Antwort gebe. Mir hilft das wirklich sehr gut. Hier beschreibe ich die Methode ausführlicher.

Jetzt komme ich zu meiner Methode, wie ich Nein sage oder eine Bitte / Anfrage ablehne.

1) Ich bedanke mich, dass mein Gegenüber mir mit dieser Anfrage so viel Vertrauen entgegengebracht hat. Ich teile ihm mit, welche Gefühle und Emotionen seine Bitte in mir ausgelöst hat (z. B.  Verwirrung, Unverständnis, Dankbarkeit, Mitleid, Ratlosigkeit usw.).


2) Ich erzähle über den Grad meines Wunsches, dies zu tun, aber sage klar und deutlich, dass ich das nicht tun werde.


3) Unter Berücksichtigung der Argumente des Partners teile ich ihm meine Argumente mit – die Gründe (oder Gefühle), die es mir nicht erlauben, Ja zu sagen, oder zwingen mich abzulehnen.

4) Ich höre aktiv zu, was mein Gegenüber noch zu sagen hat.

5) Ich drücke meinen Respekt vor der Person, meine Sympathie für die und meine Anteilnahme wegen der Unmöglichkeit einer positiven Antwort zu geben und ihrer Situation. Manchmal stelle ich ein Gegenangebot von Bedingungen zusammen, unter denen die Anfrage / Unterstützung gewährt werden kann oder erzähle, was ich in so einer Situation tun würde.

Wenn jemand sofort oder unbedingt meine Hilfe in Anspruch nehmen will, dann versuche ich doch mir Zeit zu nehmen und zusammen mit dieser Person zu überlegen, was unter diesen Umständen das Richtige für sie ist. In diesem Prozess kommen wir oft auf eine Lösung, wo meine weitere Unterstützung gar nicht notwendig ist.

Ich habe es schon in vielen Situationen erlebt, dass Menschen einfach nachfragen und nicht mal erwarten, dass wir Ja sagen. Die fragen einfach alle um sich. Und unser Nein bedeutet für die nur, dass die entweder weiter nachfragen sollen oder etwas selbst machen müssen und keinen Weltuntergang.

Es ist schon richtig, wenn wir Nein sagen, riskieren wir einen Konflikt mit unseren Mitmenschen. Wenn wir aber ungewollt oder unüberlegt Ja sagen, dann haben wir einen inneren Konflikt, eine Auseinandersetzung mit uns selbst. Dazu kommt, dass wir diesen Menschen sehr wahrscheinlich auch nicht mehr mögen werden, weil er uns mit etwas belastet hat, das wir nicht haben wollten. In diesem Fall haben wir doppelt verloren.

Versucht schon niemandem absichtlich weh zu tun und auf keinem Fall euch selbst.

Euer Roman

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Über Roman Mendelev

vom Konflikt über Diplomatie zum Frieden
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